Interview mit Dr. med. pharm. Geier

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Frau Dr. Christina Geier hat zunächst Pharmazie studiert und während ihrer Tätigkeit als Apothekerin, 2003 mit der Ausbildung in klassischer Homöopathie begonnen. Bald entwickelte sich die Homöopathie zur Leidenschaft und der Wunsch, sich ganz den Patienten und alternativen Heilmethoden zu widmen wurde immer größer. Schließlich absolvierte sie das Medizinstudium und betreibt seit Mai 2018 eine eigene Praxis in Wien 22. Sie besucht regelmäßig Seminare und mehrere Arbeitskreise und hält selbst Vorträge für Laien.

Was begeisterte Sie von Anfang an an der Homöopathie?

Die rasche und umfassende Wirkung einer einzigen Arznei! Akute Beschwerden klingen oft nach nur wenigen Minuten oder Stunden ab. Das ist die eine Sache. Die andere Sache ist, dass man so unheimlich viel lernt, wenn man den Krankheiten auf den Grund geht! Über die Entstehung von Krankheiten und das es bei der Behandlung einen Unterschied gibt, ob man sich vorher geärgert hat, einem kalten Luftzug ausgesetzt war oder im Regen nassgeworden ist.

Alle diese Szenarien können z.B. grippeähnliche Symptome auslösen, aber in jedem dieser Fälle wird ein anderes Mittel helfen! Man lernt so viel über die Menschen und weil man ja diese Methode auch bei sich selbst anwendet, bzw. sich in die Hände einer fachkundigen Kollegin begibt, auch viel über sich selbst! Und durch das Studium der Arzneien lernt man viel über die Natur kennen!

Wir verwenden so ziemlich alles, was es gibt: Sämtliche Elemente und deren Verbindungen, also Mineralstoffe und Metalle und deren Salze, Pflanzen und auch tierische Arzneien. Deshalb studieren wir auch Verhaltensweisen und Lebensräume von Tieren. Aber keine Angst: es werden immer nur Tierhaare, Federn oder Milch verwendet, es muss kein Tier dabei sterben. Eine Ausnahme sind die Insekten… Es sind auch keine Tierversuche notwendig.

Die Homöopathie ist außerdem nachhaltig: man braucht nur geringe Mengen und die Ausgangsstoffe werden schonend aufbereitet und bedürfen keiner chemischen Veränderung. Für die Verarbeitung benötigt man Milchzucker, Alkohol, Wasser und Saccharose für die Globuli. Keine Farb- oder Konservierungsstoffe, etc. Man hegt auch einen bewussteren Umgang mit sich selbst und mit der Natur. Wenn ich in eine Gärtnerei gehe, erfreue ich mich nicht nur an der bunten Vielfalt, sondern denke gleichzeitig daran, was man mit den verschiedenen Pflanzen alles heilen kann. Selbst das Unkraut jäten im Garten macht einen nachdenklich: Das nicht gerade beliebte Schöllkraut hilft unter anderem bei Warzen und Gallenkoliken.

Übrigens werden auch abgetötete Krankheitserreger zu homöopathischen Mitteln verarbeitet. Wenn man so will, kann man es mit einer Schluckimpfung vergleichen! Und viele andere Stoffe, aber das würde hier den Rahmen sprengen!

Was war ausschlaggebend dafür, dass Sie sich entschieden haben, als Homöopathin in einer eigenen Praxis zu arbeiten?

Ich wollte den entsprechenden Rahmen haben, ums mich ganz meinen Patienten widmen zu können. Homöopathie in einer Kassenpraxis zu praktizieren, wenn das Wartezimmer voll ist, ist schwierig. Da braucht man viel Erfahrung, um in kürzester Zeit ein Mittel zu finden und kann dann auch nur akute Fälle behandeln. Für chronische Beschwerden, aber auch für manche akute Sachen braucht man nun einmal Zeit und Ruhe für eine gründliche Anamnese. In anderen Ländern, wie zum Beispiel in Indien, wo die Homöopathie weit verbreitet und etabliert ist, gibt es Kliniken und Gruppenpraxen. Das hätte ich mir sicherlich für den Einstieg gewünscht! Aber ich habe ein großes Netzwerk an hilfsbereiten Kollegen und es gibt Arbeitskreise zum Erfahrungsaustausch.

Welche entscheidenden Erfahrungen mit Homöopathie haben Sie selbst gemacht?

Mein Schlüsselerlebnis war nach einer Gabe Tuberculinum (1 Kugerl!!!) durch einen homöopathischen Arzt. Ich hatte gerade meinen ersten Winter als angestellte Apothekerin hinter mir und fühlte mich extrem schlapp nachdem ich die x-te Verkühlung hinter mir hatte und mich einfach nicht erholen konnte. Dabei hatte ich alles probiert, was die Apotheke an Vitamin- und Aufbaupräparaten zu bieten hatte. Eine Bekannte hat mich damals überredet, einen Homöopathen aufzusuchen. Ich machte mir keine großen Hoffnungen und wollte eigentlich gar nicht hingehen.

Er gab mir nur eine Kugel auf die Hand und ich dachte noch: so ein Geizkragen! Ich ging nach Hause und spürte zunächst nichts. Am nächsten Tag fühlte ich mich elend. Ich war richtig schlapp und fühlte mich fiebrig, sodass ich im Bett blieb. Ich nahm nichts zu mir, außer Tee und stand nur auf, um auf die Toilette zu gehen. Zum Glück hatte ich frei. Tags darauf fühlte ich mich so fit und frisch, wie schon seit Monaten nicht mehr! Die Wirkung hielt auch eine ganze Weile an. Damals hatte ich schon ein homöopathisches Buch zuhause, das ich sofort verschlang. Kurz darauf begann ich mit der Ausbildung…

Natürlich habe ich dann viel ausprobiert und in der Apotheke jede Gelegenheit genutzt. Ich war natürlich nicht jedes Mal erfolgreich, aber als Anfänger hat man auch manchmal Glück und so gab es einige Erfolgserlebnisse, die mir immer wieder bestätigt haben, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Auch heute noch, nach 15 Jahren Erfahrung, gibt es immer wieder noch Grund zum Staunen! Eine ganz entscheidende Erfahrung ist auch- man muss nicht daran glauben, es wirkt einfach! Eine positive Einstellung zur Therapie sollte man als Patient immer haben, sonst braucht man es ja nicht erst probieren! Es wirkt auch bei Komapatienten, Tieren, Babys… Mein schärfster Kritiker war mein Mann, bis ich ihn von einer schiachen Sommergrippe kuriert habe!

Sie stehen dem Urtikariaverband als Beirätin für Homöopathie für Fragen zur Verfügung und setzten sich für Betroffene ein. Was ist das schöne für Sie daran?

Das Schöne daran ist, dass man Menschen helfen kann, denen so schwer zu helfen ist! Die oft schon einen langen Leidensweg hinter sich haben, viel Zeit und Geld investiert haben und was das Schlimmste ist: oft von Ärzten enttäuscht worden sind: weil sie nicht ernst genommen werden und oft nur symptomatisch behandelt werden und das mit teilweise schweren Medikamenten, die die Erkrankung nur mildern bzw. unterdrücken, aber nicht heilen können!

Die Urtikaria ist aber keine reine Hauterkrankung! Sie manifestiert sich zwar überwiegend auf der Haut, die Symptome sind aber meist nur die Spitze des Eisberges, der sich darunter verbirgt.

Und geht man wiederum zu einem Psychologen oder Psychiater, berücksichtigt dieser wiederum nicht die Haut oder den Hormonhaushalt, etc.!

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