Interview mit Dr. Michael Marker

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Herr Dr. Michael Thomas Marker ist Facharzt für Dermatologie und Venerologie, mit zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen in internationalen Fachjournalen und Mitglied der österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie. Dr. Marker arbeitet in eigener Praxis in Breitenfurt und im Facharztzentrum Ernstbrunn.

Was ist für Sie das Besondere an der Behandlung von Urtikaria Patientinnen?

Bei Urtikaria PatientInnen ist das Ausmaß der Erkrankung nicht gleich bei der ersten Konsultation ersichtlich. Erst im Gespräch, in der Anamnese wird die Beeinträchtigung und das oftmals erhebliche Leid deutlich, denn der chronische, allürenhafte Verlauf der Erkrankung ist zermürbend. Bei den meisten PatientInnen bestehen zudem erhebliche Schwankungen der täglichen Beschwerden, sodass für Außenstehende häufig die Belastung und die Einschränkungen nicht nachvollziehbar sind. Dieses Unverständnis macht einigen meiner PatientInnen immer wieder zu schaffen.

Welche Kompetenzen nebst Ihrem Fachwissen als Dermatologen helfen Ihnen, Urtikaria Patientinnen während der Behandlung gut zu begleiten?

Ich glaube Aufmerksamkeit, Respekt und Empathie sind Schlüsselbegriffe in jeder Arzt-Patient- Beziehung. Im Besonderen gilt dies natürlich für Urtikaria PatientInnen, da ja erst in einem ausführlichen, patientenorientierten Gespräch passende Therapieoptionen erarbeitet werden können.

Wo sehen Sie Verbesserungsmöglichkeiten in der Diagnostik und Behandlung?

Bei der Diagnostik der Urtikaria ist es wesentlich das breite Spektrum dieser Erkrankung zu kennen. Es reicht von der akuten, über die chronische spontane bis zur chronischen induzierbaren Urtikaria, die sich durch Quaddeln, Angioödeme (Schwellungen) oder beides manifestieren können.

Wichtige Differentialdiagnosen wie das Schnitzler- Syndrom, Urtikariavaskulitis dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Ebenso sind angeborene (hereditäre) und medikamentöse Ursachen auszuschließen. Eine gewisse Genauigkeit ist hier sicher unerlässlich.

Ein gründliches diagnostisches Vorgehen ist zudem die Voraussetzung einer wirkungsvollen Therapie. Bei der Therapie der Urtikaria gibt es kein einfaches Schema nach dem immer vorgegangen werden kann.

Vielmehr müssen die therapeutischen Maßnahmen im Verlauf den Bedürfnissen des Patienten, der Krankheitsaktivität, und dem Ansprechen angepasst werden. Ein wichtiger Leitsatz in diesem Zusammenhang ist: so viel wie nötig und so wenig wie möglich.

Was hat Sie veranlasst, den Urtikariaverband mit Ihrer Expertise zu unterstützen?

Zunächst ist die Idee in einem Gespräch mit Frau Gross entstanden. Zudem denke ich, dass eine Plattform, die Patienten mit chronischer Urtikaria niederschwellig nutzen können eine enorm wichtige Ergänzung zum rein medizinisch-ärztlichen Angebot darstellt. Wenn ich dazu einen Beitrag leisten kann, freut es mich.

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