Welche Auswirkungen hat der Corona-Virus für Urtikaria-Patienten von Prof. Dr. Marcus Maurer, Charité Berlin

Täglich erreichen uns neue Schlagzeilen in Sachen Corona über Handlungsempfehlungen, Erlässe sowie Informationen aller Länder, die betroffen sind. Urtikariapatient*innen sind berechtigterweise besorgt! Insbesondere all jene, die Immunsuppressiva oder Biologika einnehmen müssen, möchten gerne wissen, ob sie besonders betroffen sind und was sie jetzt tun können.

Unser fachlich-wissenschaftlicher Beirat, Prof. Dr. Marcus Maurer, Charité Berlin, gibt Orientierung:

Sie müssen bitte bei der Suche nach Antworten berücksichtigen, dass es aufgrund der Tatsache, dass es sich um ein neues Virus handelt, dessen Eigenschaften wir gerade erst beginnen zu lernen, natürlich keinerlei Erfahrung hinsichtlich und in Bezug auf eine bestehende Urtikaria geben kann.

Nach dem derzeitigen Kenntnisstand besteht jedoch kein Grund zu der Annahme, dass das Vorliegen einer Urtikaria das Risiko einer Infektion oder den Verlauf einer stattgefundenen Infektion beeinflusst. Patienten mit chronischer spontaner Urtikaria oder mit chronischer induzierbarer Urtikaria zeigen im Allgemeinen keine erhöhte Infektanfälligkeit oder weisen schwerere Verläufe von Infektionskrankheiten auf.

Für die Patienten, die aufgrund der Erkrankung immunsupprimiert sind oder immunsupprimierende Medikamente einnehmen, gelten die allgemeinen Hinweise und Maßnahmen zum bestmöglichen Schutz vor einer Infektion. Immunsupprimierende Medikamente meint hier Kortison oder Ciclopsorin A als Dauermedikation, NICHT Omalizumab (Xolair). Eine Therapie mit Omalizumab ist nach bisherigem Kenntnisstand nicht einem erhöhten Risiko einer Infektion verbunden und beeinflusst den Verlauf einer stattgefundenen Infektion beeinflusst.

Spezielle Maßnahmen in Verbindung zur Urtikaria gibt es bislang nicht. Es wird, wie sicher allen Patienten bekannt, allgemein empfohlen

  • größere Menschenansammlungen zu meiden,
  • insbesondere den Kontakt zu infizierten Personen.
  • Reisen in Endemiegebiete sollten unterlassen werden.
  • Die Hände sollten regelmäßig gründlich gewaschen werden.
  • Für immunsupprimierte Patienten kann es zusätzlich sinnvoll sein, den Immunstatus gegen Pneumokokken und Pertussis zu überprüfen und gegebenenfalls zu Impfen, da es durch diese Erreger als Begleitinfektion zu Komplikationen kommen kann.

Ich hoffe, diese Hinweise sind für alle Patienten hilfreich.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass sich die Empfehlungen durch neuen Erkenntnisgewinne über das Virus oder dessen Verbreitung ändern können.

Vielen lieben Dank Hr. Dr. Maurer!

Wir halten Sie auf dem Laufenden und informieren Sie, sobald neue Erkenntnisgewinne vorliegen.

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