URTIKARIA

Was ist das?

Urtikaria (Nesselsucht) – Was ist das?
Wer erkrankt an Urtikaria?
Welches Geschlecht leidet häufiger an Urtikaria?
Welche Altersgruppen können betroffen sein?
Wie lange hat man Urtikaria?
Welche Formen von Urtikaria gibt es?
Was bedeutet? Erläuterung von Fachbegriffen

Urtikaria (Nesselsucht) – Was ist das?

Die Beschwerden bei chronisch spontaner Urtikaria (csU) umfassen juckende Erhebungen der Haut („Quaddeln“) und/oder tiefer gelegene Hautschwellungen („Angioödeme“). Alle Symptome werden durch einen erhöhten Histaminspiegel verursacht.

Normalerweise schütten Mastzellen, welche den weißen Blutzellen angehören und somit Teil unseres Immunsystems sind, den Botenstoff Histamin aus, wenn eine Infektion auftritt oder ein Allergen (z.B. Pollen) vorliegt.

Wer erkrankt an Urtikaria?

Obwohl jeder Urtikaria bekommen kann, besteht bei manchen Menschen ein erhöhtes Risiko.

Welches Geschlecht leidet häufiger an Urtikaria?

Nahezu zweimal so viele Frauen wie Männer leiden an Urtikaria. Auch Kinder sind davon betroffen.

Welche Altersgruppen können betroffen sein?

Personen jeden Alters können von Urtikaria betroffen sein. Im Alter von 20 bis 40 Jahren tritt sie am Häufigsten auf.

Wie lange hat man Urtikaria?

Der Verlauf einer Urtikaria lässt sich nicht prognostizieren. Daher ist die Krankheitsdauer unterschiedlich. Bei den meisten dauert die Krankheit zwischen 1 und 5 Jahren, aber bei mindestens 10% der Betroffenen kann sie auch länger als 5 Jahre dauern.

Bei rund 40–45 % aller Patienten besteht eine eindeutige Verbindung zur Autoimmunität. Urtikaria ist bei diesen Patienten normalerweise schwerwiegender und auch schwieriger zu behandeln.

Bei den verbleibenden 55–60 % der Patienten ohne Autoimmunreaktion liegen nur wenige Erkenntnisse über die Ursache oder Entstehung der Krankheit vor. Bei Patienten mit Urtikaria, bei denen es zu Schwellungen (Angioödem) im tiefen Gewebe kommt, besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für eine Krankheitsdauer der Urtikaria von 12 Monaten oder länger.

Bei den meisten dauert die Krankheit zwischen 1 und 5 Jahren, aber bei mindestens 10% der Betroffenen kann sie auch länger als 5 Jahre dauern.

  • 29% – 65% nur Quaddeln
  • 33% – 67% Quaddeln & Schwellungen
  • 1% – 13% nur Schwellungen

Welche Formen von Urtikaria gibt es?

Akut, chronisch oder auch ausgelöst durch Druck, Licht, Wärme oder Kälte.
Urtikaria kann in den unterschiedlichsten Formen auftreten. In der folgenden Tabelle finden Sie einen Überblick über die Formen der Urtikaria:

Spontane Urtikaria

1. Akute, spontane Urtikaria
Quaddeln und/oder Angioödeme (Schwellungen), dauert bis zu 6 Wochen an

2. Chronische, spontane Urtikaria
Quaddeln und/oder Angioödeme (Schwellungen), hält länger als 6 Wochen an

Physikalische Urtikaria

1. Urtikaria factitia
Häufigste Form, Quaddeln treten durch mechanische Scherkräfte nach 1 bis 5 Minuten auf

2. Druckurtikaria
Auslösung durch statischen Druck, Quaddeln treten mit einer Verzögerung von 3-12 Stunden auf.

3. Kälteurtikaria
Auslösender Faktor: kalte Gegenstände, Luft, Flüssigkeiten oder Wind

4. Wärmeurtikaria
Auslösender Faktor: lokalisierte Wärme

5. Lichturtikaria
Die Lichturtikaria wird innerhalb von Minuten durch UV- und/oder sichtbares Licht ausgelöst

Andere Formen der Urtikaria

1. Vibratorische Urtikaria
Auslösender Faktor: Vibrationen, z.B. Presslufthammer

2. Aquagene Urtikaria
Auslöser: Kontakt mit Wasser

3. Kontakturtikaria
Durch lokalen Kontakt mit Urtikaria auslösenden Substanzen.

4. Cholinergische Urtikaria
Auslösung durch Erhöhung der Körperkerntemperatur, verursacht durch z.B. Anstrengung oder scharfe Speisen

Was bedeutet? Erläuterung von Fachbegriffen

Angioödem
Sich rasch entwickelnde, schmerzlose, selten juckende Schwellung der Haut, die auf einer plötzlichen Erhöhung der Durchlässigkeit der Gefäßwände beruht und Stunden bis Tage anhalten kann.

Autoimmunerkrankung
Überbegriff für Krankheiten, deren Ursache eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe ist.

Botenstoff
Chemischer Stoff, der im Körper zur Übertragung von Signalen und somit dem Informationsaustausch zwischen Zellen, Gewebe und Organen dient.

Histamin
Ein Naturstoff, der im Organismus als Gewebshormon und Neurotransmitter wirkt, eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen spielt und am Immunsystem beteiligt ist.

Immunglobuline E (IgE)
Ein Antikörper, der in erster Linie Endoparasiten abwehren soll und auch eine Rolle bei Allergien spielt.

Immunsystem
Körpereigenes komplexes Abwehrsystem, das Gewebeschädigungen durch Krankheitserreger verhindert.

Mastzelle
Zellen des Immunsystems, die Botenstoffe (z.B. Histamin) gespeichert haben und eine wichtige Rolle bei allergischen Reaktionen spielen.

Parasitäre Infektion
Infektionskrankheit durch Parasiten wie Würmer, Läuse, Fliegen, Flöhe, Milben.

Quaddel
Punktartige bis knopf- oder plateauähnliche Erhebung der Haut, die nach mechanischen Beschädigungen der Haut entstehen oder Symptome einer Allergie oder Urtikaria sein können.

Urtikaria
Gruppe von Erkrankungen, bei der die Haut mit Bildung von Quaddeln und/oder Angioödemen entweder auf bekannte Auslöser (Nahrungsmittel, Medikamente, Einwirkung von Wärme, Kälte etc.; induzierbare Urtikaria) oder ohne definierbare Auslöser (spontane Urtikaria) reagiert. Dauern die Symptome länger als 6 Wochen an, spricht man von chronisch spontaner Urtikaria.

Weiße Blutzellen
Blutzellen, welche auch als Leukozyten bezeichnet werden und als Teil des Immunsystems im Blut, im Knochenmark, in den Lymphgefäßen und in anderen Geweben zu finden sind.

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